Abstracts

Bitte schauen Sie immer mal wieder rein. Bisher sind nur ein Teil der Abstracts bei uns eingegangen.

Schwierige Fälle und deren Lösung

In diesem Vortragsblock werden exemplarisch klinische Fälle aus der DEUTSCHEN STIMMKLINIK präsentiert, bei denen die diagnostischen oder therapeutischen Strategien Besonderheiten boten. Die Präsentation der Einzelfälle soll das Auditorium anregen, aktiv an der Diskussion teilzunehmen und gemeinsam mit den Referenten zu eruieren, wie man mit solchen ungewöhnlichen Fällen umgehen kann. Die Diskussion und Interaktion von Referenten und Auditorium ist sehr erwünscht.

50 shades“ einer Parese – Endoskopische Diagnostik und Bewegungsstörungen der Stimmlippen

Eine Stimmlippenlähmung muss nicht immer zum Stimmlippenstillstand führen, sondern kann sich als Teilbewegungsstörung in verschiedensten Ausprägungen manifestieren. Sie kann zu einer isolierten Störung der Adduktion oder der Abduktion führen, zur verminderten Stimmlippenspannung, zur verminderten Kraft des Glottisschlusses und zu unterschiedlichen Stellungen der Aryknorpel, und es kann sich außerdem um eine einseitige oder um eine beidseitige Parese handeln. Die genaue Diagnose zu stellen und zwischen den unterschiedlichen Formen der Bewegungsstörung zu differenzieren, ist nicht immer einfach. Wir empfehlen daher, während der Endoskopie verschiedene Untersuchungsmanöver mit dem Wechsel von Abduktion und Adduktion der Stimmlippen durchzuführen und mit einer Videoaufnahme zu dokumentieren. Es werden Beispiele vom Stimmlippenstillstand bis zur leichten Minderbeweglichkeit gezeigt und Tipps zur Durchführung der Untersuchung und zur Interpretation der videolaryngoskopischen Befunde gegeben.
Im praktischen Teil werden die Methoden zur Darstellung des Kehlkopfes mit der traditionellen „Spiegelung“, mit starren Lupen sowie mit flexiblen Endoskopen demonstriert: Wie funktioniert die Kehlkopfspiegelung? Wie hält man ein Endoskop? Mit welchen Techniken kann man die Stimmlippen besonders gut sehen? Die Teilnehmer haben Gelegenheit, mit verschiedenen Endoskopen zu experimentieren (keine live-Endoskopie von Patienten oder Probanden).

Instrumente zum Anfassen – Training am Simulator nicht nur für Ärzte

In diesem Workshop haben die Teilnehmer die einmalige Gelegenheit, phonochirurgische Instrumente für Operationen in Vollnarkose und für örtliche Betäubung (office-based surgery) am Simulator auszuprobieren. Beidhändiges Arbeiten an reiskornkleinen Objekten sollen verdeutlichen, mit wie viel Präzision Stimmlippen operiert werden müssen. An Techniken werden demonstriert und ausprobiert: Injektionen, Biopsien, Exzisionen, Augmentationen. Die Teilnehmer können auch die Feinheit und Robustheit von 0,4mm dünnen Laserfasern fühlen und sollen im Anschluss auch – wie bei einer Operationsvorbereitung – diese Laserfasern für den Einsatz am flexiblen Endoskop präparieren.

Gut sein wenn’s drauf ankommt – Das eigene Potential abrufen (Workshop)

Erfolgreiche sängerische, sprechtechnische oder stimmtherapeutische Arbeit erfordert nicht nur ein gesundes Stimmorgan, sondern auch die Fähigkeit mit herausfordernden Situationen konstruktiv umzugehen und handlungsfähig zu bleiben, um so das volle stimmlich-darstellerische Potential abzurufen. Diese mentale Stärke kann durch unterschiedliche Methoden wie Selbstgesprächs-, Aktivations-, und Befindlichkeitsregulation, Fokussierung sowie Visualisierung und innerem Hören trainiert werden.
In diesem Workshop lernen Sie unterschiedliche kurze mentale Trainingsmethoden kennen, die Sie ergänzend zu Ihrer stimmtechnischen und künstlerischen Arbeit für sich selbst nutzen oder in der Arbeit mit Schüler*innen, Studierenden oder Patient*innen gewinnbringend einsetzen können.

Workshop Gesang (in Englischer Sprache)

Demystifying ‚Support‘: The Interaction Between Breathing, Phonation, and Resonance“

The way a person breathes directly affects speech and singing and the results may be positive, negative, or neutral. There are many breathing techniques which claim to be the most effective. Being that there are conflicting reports in this area, how does one decide which way is best? This workshop will touch on some of the most popularly suggested methods of breathing and will attempt, using facts about the respiratory system and other systems related to voice (e.g. phonation and resonance), to assess the efficacy of these trainings. Examples of exercises used to elicit a healthy, effective, and sustainable voice production will be demonstrated using participants from the symposium. Specific topics covered include: the breath cycle as it relates to phonation; the appoggio technique; clavicular, thoracic, and abdominal/diaphragmatic breathing; accelerated breathing; mouth versus nose breathing; tracheal pull; and the most confusing and controversial concept of “support.”

Stimme & Stimmtherapie in der palliativen Begleitung

„Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden,
Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt,
Hast du mein Herz zu warmer Lieb‘ entzunden,
Hast mich in eine beßre Welt entrückt!“
(Franz Schober 1827 vertont von Franz Schubert)

Mit der Atmung und der Stimme der Patient*innen arbeiten, Qualitäten unterstützen, individuell-körperlich begleiten. Menschen auf dem letzten Weg als pädagogische, therapeutische oder seelsorgerische Fachkraft zur Seite stehen zu dürfen bedarf vieler unterschiedlicher Qualitäten. In der Palliative Care gilt es Unterstützung anzubieten und die Bedürfnisse der Betroffenen und Angehörigen mit in die Begleitung einzubeziehen. Die Musik, das gesprochene Wort und die manuelle Therapie haben sich im Einsatz der palliativen Arbeit bewährt. Dabei ist es flexibel zu betrachten ob die begleitende Kraft oder die Patient*innen musizieren und/oder rezitieren. Im Workshop „Die begleitende Stimme“ beschäftigen wir uns theoretisch und vor allem praktisch mit der Stimme in der palliativen Arbeit. Methoden nach den Konzepten Schlaffhorst-Andersen und der Klangtherapie werden dargestellt und praktisch ausprobiert.

Inhalte

  • der Einsatz der Sing- und Sprechstimme des Begleitenden und der Betroffenen
  • Musik und Gesang in der palliativen Versorgung
  • grundlegende Aspekte der palliativen Begleitung für therapeutische und pädagogische Fachkräfte
  • manuelle Techniken zur Begleitung in Therapie und Pflege
  • Essen & Trinken als basale Stimulation im Kontext Dysphagie
  • die Atemmassage in der palliativen Begleitung
  • Begleitung von Angehörigen
  • Musik und dementielle/ kognitive Erkrankungen

Globus – a psychosomatic disorder

In this review of a medical versus a psychosomatic model, the psychodynamic factors of globus are typically underestimated. The weight of psychological underlying factors in diagnosis and treatment are in most cases key to a successful management. Here we focus on patient beliefs and unrealistic expectations that are not met. The enormous power of beliefs and the power of disappointment combined with a vulnerable personality have to be dealt with in a successful therapeutic strategy.

Experimente mit FonaDyn – die intuitive Stimmanalyse

Das kostenlose Programm FonaDyn wurde an der Technischen Hochschule in Stockholm unter der Leitung von Professor Ternström entwickelt. Wer schon einmal ein Stimmfeld am Computer erstellt hat, findet sich schnell zurecht. Ausgehend von dieser Grundfunktion lassen sich weitere Parameter wie Durchdringungsfähigkeit und Kontaktquotient einblenden. Wenn ein EGG zur Verfügung steht, kann auch dieses Signal genutzt werden. Spannend ist die automatische Einteilung in Signalmuster – ein sehr inspirierender Einstieg für das Experimentieren mit der eigenen Stimme.

FELDENKRAIS-METHODE® für die Stimme

Was ist eine gute Haltung – und wie beeinflusst sie Gesang und Sprache? Ein Workshop mit Bewegungslektionen der FELDENKRAIS-METHODE® im Sitzen und Stehen, die einen Eindruck geben von der Vielseitigkeit unserer Haltungs- und Bewegungsmöglichkeiten. Diese immer mehr in allen Feinheiten zu entdecken, führt zu einer organischen Benutzung der Stimme, die sich immer genauer von der jeweiligen Absicht und Wunschvorstellung leiten lässt. Die Besonderheit dieser Lektionen ist die verbale Anleitung, der Sie gern mit geschlossenen Augen folgen sollten, um sich ganz auf die innere Wahrnehmung einlassen zu können.

Über Bewegung in den richtigen TONus – Konzept Schlaffhorst-Andersen

Eine ausgeglichene Gesamtkörperspannung ist die Basis einer physiologischen Atmung und Voraussetzung, um eine gesunde und leistungsstarke Stimmfunktion zu gewährleisten. Das Konzept Schlaffhorst-Andersen bietet vielfältige Übungen, in denen sich Körper-, Atem- und Stimmfunktion gegenseitig unterstützen.
Grundlage dieses Workshops sind praktische Bewegungsübungen, in die aufbauend die Singstimme einbezogen wird. Über kreisende-, schwingende- und rhythmische Bewegungen stehen zunächst der Muskeltonus und die Atmung im Fokus. Ziel ist die Integration der Stimme in den Übungsablauf. Im Idealfall synchronisieren sich psychische, geistige und körperliche Befindlichkeit und Spannung und münden in einen kongruenten, unverwechselbaren Stimmklang. Die fließende Tonusanpassung und die Flexibilität in der Atem- und in der Rumpfmuskulatur bilden eine grundlegende Voraussetzung für eine hohe Belastbarkeit und eine gute Regenerationsfähigkeit.
Die Übungen können je nach Situation und Bedarf einzeln, zu zweit oder in der Gruppe durchgeführt werden und sind daher in vielfältigen Zusammenhängen einsetzbar (Therapie, Unterricht, Chorprobe etc.).

Präsenz als Antagonist zu Auftrittsangst

Rückzug oder Todstellen – das sind die natürlichen Reaktionen auf Gefahren. Der stimmliche Auftritt vor Publikum ist für viele Menschen eine solche angstbesetzte Situation. Körperlicher und stimmlicher Rückzug führen aber selten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Da wir uns auf der Bühne nun einmal nicht verstecken können, bleibt nur die Flucht nach vorn. Präsenz hilft dabei neue Sicherheit zu erlangen und wieder Spaß am Vortrag zu entwickeln. Anhand von exemplarischen Übungen mit einem Teil der WorkshopteilnehmerInnen werde ich verdeutlichen, wie die zusätzliche Energie positiv verwandelt werden kann.

Die Sichtbarmachung von Stimme und Emotionalität – fMRT bei psychogener Aphonie

Was passiert im Gehirn, wenn wir ganz plötzlich nicht mehr sprechen können, wenn uns unsere Stimme versagt? Warum kann man aber nach phoniatrischem `Holen der Stimme´ ebenso plötzlich wieder sprechen? Wie läuft die Steuerung der Stimme ab? Mittels f-MRT-Untersuchungen hat eine Bonner Arbeitsgruppe versucht, Licht ins Dunkel dieser Fragen zu bringen. Anhand von Patientinnen mit psychogenen Aphonien, die jeweils vor und nach dem `Holen der Stimme´ f-MRT-Untersuchungen unterzogen wurden, konnten direkte Einblicke in cerebrale Aktivierungsmuster und Informationen von Aktivitäts-Änderungen von zentralen Steuerungsvorgängen bei der Stimmgebung gewonnen werden. So liefern diese Daten Hilfen für das Verständnis der Auswirkung von Psyche und Emotionalität auf die Stimme sowie auf zentrale Aktivierungsmuster bei `normaler´ und bei `gestörter´ Stimme und die Wirkung von konventioneller Therapie auf funktionelle Stimmstörungen. Moderne bildgebende Verfahren können somit dazu beitragen, das Verständnis von Psyche und Emotionalität im Hinblick auf die Stimme besser zu verstehen.

Die dysphone Lehrerstimme – Auswirkungen auf die kindliche Sprachverarbeitung

Etwa die Hälfte aller Lehrer/innen entwickeln während ihrer beruflichen Laufbahn eine Stimmstörung. Dies hat nicht nur Auswirkungen für die Betroffenen selbst, deren Stimme ihr wichtigstes Arbeitsmaterial darstellt, sondern auch für Schüler. Diese sind darauf angewiesen ihre/n Lehrer/in gut zu verstehen, um Wissen abzuspeichern und während des Unterrichts mitzuarbeiten. Um herauszufinden, wie sich eine gestörte Sprecherstimme auf das kindliche Sprachverstehen auswirkt, haben wir Hörexperimente mit Grundschülern durchgeführt. Anhand derer konnten wir zeigen, dass das Hören einer dysphonen Stimme nicht nur die Sprachverständlichkeit reduziert, sondern auch zu einer erhöhten Höranstrengung führt. Sprache wird sowohl schlechter als auch langsamer verarbeitet. Unsere Untersuchungen verdeutlichen die Wichtigkeit, LehrerInnen für einen gesunden Umgang mit ihrer Stimme zu schulen und somit Berufsdysphonien entgegenzuwirken.

Profisport Stimme – Mentale Stärke und künstlerische Höchstleistung

Professionelle Stimmberufler*innen sind in einem komplexen beruflichen Umfeld tätig. Dieses ist vergleichbar mit den Anforderungen von professionellen Sportler*innen. Die Tätigkeit von Schauspieler*innen, Sprecher*innen oder Sänger*innen auf der Bühne oder vor der Kamera erfordert neben jahrelang trainierten, hochspezifischen koordinativen Höchstleistungen auch konditionelle Kompetenzen sowie die Fähigkeit der mentalen Stärke. Im Profisport ist das mentale Training längst in den alltäglichen Trainingsplan integriert, um die Athlet*innen zu befähigen, ihre Peak Performance, also ihr volles Potential im Wettkampf abzurufen. Im Vortrag wird gezeigt, wie ein Transfer der Erkenntnisse aus dem Profisport auf die Bedürfnisse und Herausforderungen von Stimmberufler*innen gelingen kann und wie das Üben von mentaler Stärke Sprech- und Gesangsunterricht, aber auch therapeutische Maßnahmen unterstützt.

Stimmfeminisierung – Trans*Voice Stimmarbeit nach Glottoplastik

Die operative Anhebung der Stimmlage allein führt noch nicht zu einem als „weiblich“ anerkannten Stimmklang. Der Prozess der Stimmfeminisierung kann und sollte maßgeblich durch Stimmtherapeuten unterstützt werden.
Dieser Workshop wird kurz die Stimmfeminisierungsoperation „Glottoplastik“ beschreiben, und möchte dann den in der DSK entwickelten Therapieansatz mit Fokus auf die logopädische Stimm- und Sprecharbeit vorstellen. Der Einblick in mögliche Therapieinhalte und praktische Übungen soll interessierte Stimmtherapeuten dazu ermutigen, sich an die vielseitige Arbeit mit Trans*Frauen heranzutrauen.

„Hören-Sehen-Verstehen“: Spektralanalyse mit VoceVista

Die Spektralanalyse bietet die Möglichkeit, sich dem Phänomen Stimme auf eine objektive Weise anzunähern. Wir können lernen, sehend zu hören und so unsere Kenntnisse über die Stimme weiter vertiefen. Akustische Phänomene werden sichtbar und aufgrund der physikalischen Zusammenhänge neu verstanden. Matthias Müller benutzt VoceVista seit vielen Jahren und unterrichtet stets mit einem laufendenden PC. Die wesentlichen Erfahrungen hat er in dem Lehrbuch „Hören – Sehen – Verstehen“ (Wißner Verlag) zusammengefasst. In einem Vortrag werden die faszinierenden Möglichkeiten der Spektralanalyse aufgezeigt und Anwendungsbeispiele erläutert.
Je nach Bedarf und Zeit können am Ende des Vortrags individuelle Fragen behandelt werden, Resonanzstrategien erprobt werden oder Vibratowerte von Teilnehmern bestimmt werden. Themenangebot: Vokalformanten, Sängerformanten, Resonanzstrategien, Männerstimme vs. Frauenstimme, Vibratoanalyse, Stimmfachklassifikation, Modelmethode mit manipulierten Klangbeispielen.
Ziel des Kurses ist es, einen umfangreichen Einblick in die Möglichkeiten der objektiven Stimmanalyse mit VoceVista zu vermitteln.

Auftritts-App und Lampenfieber

Wie erfolgreich wir einen Auftritt gestalten können und wie gut wir auf der Bühne sind, liegt zu einem großen Teil daran, wieviel wir uns selbst zutrauen. Ein professioneller Umgang mit Lampenfieber und ein positives Selbstkonzept bilden die Grundlage für erfolgreiches Auftreten. Dabei wissen wir, dass kein Auftritt dem anderen völlig gleicht, denn es gibt sehr viele wechselnde Einflüsse, die hier eine Rolle spielen. Wenn wir uns spontan an zurückliegende Auftritte erinnern, so filtert unser Gedächtnis die besonders intensiven Auftrittserlebnisse heraus und dies kann zu einer Verzerrung unseres Selbstkonzepts führen. Unsere Arbeitsgruppe hat deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem Auftretende durch Beantworten von Fragen zum vergangenen Auftritt ein systematisches Feedback ihres Auftrittserlebens erhalten können.

Adamsapfelreduktion (Tracheal Shave)

Im Rahmen der Mann-zu-Frau Stimmfeminisierung wird oft auch nach einer Reduktion des vorderen Kehlkopfes gefragt. Hierbei wird der Schildknorpel im oberen Anteil abgeschliffen. Im Idealfall ist der ‚Adamsapfel‘ nicht mehr prominent und die Kontur des Halses flach. Die Abtragung darf jedoch nicht nur nach rein ästhetischen Gesichtspunkten erfolgen: Die Eintrittsstelle der Stimmlippen im Schildknorpel muss unbedingt intakt gelassen werden. Eine Instabilität kann schlimme stimmliche Folgen haben. Im Vortrag wird darauf eingegangen, wie die Lagebeziehungen des Kehlkopfes sind und wie solche Komplikationen vermieden werden können.

AAP nach Coblenzer-Muhar – Die psychophysische Kraft des Sprechens und Singens

Auf der Ebene einer gelingenden Kommunikation stellt das Herstellen der optimalen Verbindung zwischen Zwerchfelldynamik und Stimmökonomie eine gesamtmenschliche Herausforderung dar. Die Qualität der Atmung mobilisiert körperseelische Energien, die allumfassend stärken und letztlich auch einer möglichen Altersstimme entgegenwirken.

Was würdest Du einen Transgender fragen?

In verschiedenen Vortragsstilen schildert Dana Diezemann sehr kurzweilig ihre weitreichenden Erlebnisse an der ehemaligen Arbeitsstelle, in der langjährigen Beziehung und mit der Gesellschaft. Dabei geht sie auf typische Fragen ein, mit denen sie täglich konfrontiert ist.

Stimmärztliche Intervention mit dem „sechsten Sinn“.

Grundlagen und Artefakte beim Stimm-Coaching via Internet

Der Unterricht über Internet findet aufgrund der Verfügbarkeit von Internetverbindungen an fast allen Orten und immer leistungsfähigere und mobile Endgeräte für viele Lehrinhalte recht großen Anklang. Während die verzögerte oder Live-Übertragung von Vorlesungen mittlerweile in vielen Gebieten etabliert ist, stellt eine interaktive Kommunikation, bspw. beim Gesangsunterricht oder bei einer Stimmtherapie besondere Anforderungen an die technische Realisierung. Ein Problem für eine optimale Lehrsituation ist die Dauer und Stabilität der digitalen Signalübertragung, die – je nach genutzter Technologie – zu Verzögerungen und Artefakten bei der Übertragung führen kann. In diesem Vortrag werden die Grundlagen verschiedener Übertragungstechniken vorgestellt und die Auswirkung von Störungen auf die Stimmbildungs-Praxis erläutert.

‚Living Vocally‘ – Teaching, Arranging and Performing Contemporary Rock & Pop Repertoire for Choirs.

Explore fresh approaches to teaching and performing Contemporary Commercial Music in a choral setting. Central areas of discussion will include repertoire choice, stylistic concerns, arrangement devices, song interpretation and incorporating movement into performance. This workshop is designed to be highly interactive and hands-on. Participants will be encouraged to sing and take instruction from the worksop leader throughout.

Sehen, was wir hören – Visualisierungsmöglichkeiten der Stimme

Auswirkungen von Hörbeeinträchtigungen auf die Stimme

Wenn eine Taubheit erst nach dem achten Lebensjahr auftritt, dann bleibt die Sprachfähigkeit auch ohne Kontrolle durch das Ohr im Wesentlichen erhalten. Man spricht in solchen Fällen von einer postlingualen Ertaubung.
Wenn ein Musiker oder Sänger ertaubt, behindert ein Gehörverlust die aktive Musikausübung massiv. Die kann man am Beispiel Beethovens ablesen: Seine Karriere als ausübender Pianist und Dirigent wurde durch seine zunehmende Schwerhörigkeit immer mehr eingeschränkt und schließlich beendet. Man kann jedoch annehmen, dass es im musikalischen Bereich ähnlich ist wie bei der Sprache: Zur Anwendung der verinnerlichten „musikalischen Sprache“ braucht ein geübter Musiker, auch wenn er ertaubt ist, wohl keine Kontrolle mehr durch sein Gehör, d.h. Beethoven konnte weiterhin komponieren.
Aktuell gibt es jedoch auch Beispiele von Sängerinnen, die trotz ihrer Ertaubung konzertieren, wie die Sängerin Mandy Harvey. Sie studierte bereits Gesang, als sie ertaubte. Zunächst verlor sie die Fähigkeit, die Tonhöhe exakt auszuführen. Durch mühevolle Arbeit, in der sie die unterschiedlichen Tonhöhen beim Singen über die Vibrationen an ihrem Hals ertastete, konnte sie das Treffen der Töne schrittweise wiedererlangen. Diese Herangehensweise, die sich an die Vibrationsmethode anlehnt, mit der sich Taubstumme früher die Lautsprache erarbeiteten, schult das Bewegungsempfinden, die Kinästhetik. Die Tatsache, dass man die Tonhöhe nicht nur über das Ohr kontrollieren kann, spielt bei professionellen Sängern eine wichtige Rolle.
Im Vortrag wird die Bedeutung der Sinnesmodalitäten des Hörens und der Kinästhetik für die Stimmproduktion diskutiert.

Die Indifferenzlage – ein problematisches Konstrukt (Vortrag)

Die “Indifferenzlage” oder “physiologische Sprechtonlage” ist im deutschsprachigen Raum ein etabliertes Merkmal in Therapie und Ausbildung der Sprechstimme, das bereits Ende des 19. Jahrhunderts Eingang in die Literatur fand. In der Praxis zeigen sich zwar immer wieder Schwierigkeiten beim Umgang damit, diese führen aber so gut wie nie zu Zweifeln am Konzept selbst. Im Gegenteil – die Tonlage mit den behaupteten Eigenschaften stellt selbst in Presse und Internet nicht weniger als einen Gemeinplatz dar, wie sich durch kurzes googeln überprüfen lässt: Sie ist “natürlich”, “ehrlich”, “richtig” und wahlweise nicht weniger als: “optimal”. Dieser Vortrag präsentiert eine kritische Analyse dieser althergebrachten wie virulenten Idee.

Akustische Stimmspielzeuge (Workshop)

Im Mittelpunkt dieses Workshops stehen einfache Klangerzeuger wie Nasenflöte, Luftheuler, Klorolle Hundepfeife, Flöten oder Mundharmonika. Diese lassen sich solistisch oder mit zeitgleichem Stimmeinsatz spielen. Im letzteren Fall tritt die eigene Stimme zeitgleich mit einem zweiten Klangerzeuger in Kontakt. Neben dem unmittelbaren Effekt von leichterer und zugleich leistungs- und ausdrucksstärkerer Phonation dienen diese Spielzeuge der Vermittlung funktionaler Zusammenhänge wie die Registerbalance, Luftstrom und Hauch, die Rolle des weichen Gaumens für die Spannungsketten im Körper sowie die Ausbildung von Sänger-Sprecherformanten. Der Spielcharakter ermöglicht zudem, hinderlichen Perfektionismus (Angst vor Abweichung und Fehlern) kreativ zu unterwandern. Darüber hinaus fördert er das eigenständige Üben anhand der im Spiel erfahrenen physiologischen und akustischen Kriterien.

Anxiety and laryngeal muscles

In this talk we discuss the physiological mechanisms of interference between phonatory muscles and audible manifestations in the light of underlying anxiety. Clinical examples will be given. We will specifically go into the constraints why good posterative results are not a guarantee for a successful outcome.

Klangarbeit mit dem Countertenor – ein Mysterium oder ganz normaler Unterricht?

Aus dem Opern- und Konzertbetrieb ist er seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken – der Countertenor. Für das Publikum hat dieser Klang, der so weit von der Sprechstimme entfernt ist und der für viele schwer mit der äußeren Erscheinung des erwachsenen Mannes zusammenzubringen ist, noch immer einen besonderen Reiz. Wie bildet man eine solche Stimme aus? Ist die Technik völlig verschieden von anderen Stimmfächern? Mit Unterstützung einer Mezzosopranistin und eines Countertenors werden wir versuchen, Gemeinsamkeiten und eventuelle Unterschiede aufzuzeigen.

AAP und Gesundheit – Übungen für den Alltag (Workshop)

Ein wesentlicher Parameter für die Atemrhythmisch Angepasste Phonation nach Coblenzer-Muhar ist die Kraft des Rhythmus´. Das ist in Verbindung mit Körperwahrnehmung, Haltung, Atem, Artikulation, Stimme und Intention ein entscheidender Aspekt für die Gesunderhaltung der Stimme und des Klangkörpers. Dafür gibt es unzählige Übungen.

TONUS und TON – Regulation über das „Schwingen“ – Konzept Schlaffhorst-Andersen

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen arbeitet sowohl therapeutisch als auch künstlerisch mit den von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen entwickelten fünf Regenerationswegen und ihren Wechselwirkungen auf Körper, Atmung und Stimme. Das „Schwingen“ ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Bewegungsabläufe aus den Regenerationswegen, welches aufbauend die Stimme in den Übungsablauf integriert.
Im Vortrag wird die schwingende Bewegung im Fokus stehen. Anhand ausgewählter Bewegungssequenzen wird die Wirkung auf den Gesamtkörpertonus, den Tonus der Atemmuskulatur und die Stimmfunktion erläutert. Über die schwingende Bewegung kann gezielt und individuell angepasst eine Feinregulation des Muskeltonus erfolgen. Die stetig wechselnde Tonusanpassung fördert die Flexibilität in der Atem- und in der Rumpfmuskulatur. Je differenzierter die Reaktionsmöglichkeiten des Körpers sind, desto flexibler und umfangreicher kann die Stimme unterstützt werden. Daraus resultiert eine höhere Belastbarkeit und bessere Regenerationsfähigkeit der Stimme.
Die schwingende Bewegung kann jeder Erfahrungsstufe und Fähigkeit angepasst werden und ist daher in vielfältigen Zusammenhängen und Konstellationen durchführbar. Es geht nicht um das mechanische Üben einer Bewegung, vielmehr stehen die individuellen Bedingungen und Ziele des Übenden im Fokus. Somit kann das Schwingen sowohl in therapeutischen als auch in künstlerischen Zusammenhängen zielführend eingesetzt werden.

„Sie sind doch (k)ein Baß, oder?“

Eine Übersicht über die Einflussfaktoren der frühen Stimmfachzuordnung und deren initiale Wirkung auf den stimmpädagogischen Prozess der männlichen Stimmfächer

TELE-STIMMCOACHING in der Praxis

In diesem Workshop werden die Auswirkungen verschiedener Übertragungstechniken auf die Stimm- und Sprachqualität sowie die Praxis des Tele-Teachings demonstriert. Die Übertragungseigenschaften z.B. einer per Internet übertragenen Verbindung von Bild und Ton werden hierfür technisch nachgebildet. Eine erfahrene Sängerin und Stimmtherapeutin praktiziert im ersten Teil typische Stimm- und Sprachuntersuchungen über verschiedene Übertragungswege, die sowohl optimal übertragen als auch Verzögerungen und andere Artefakte in der Ton- und Bildübertragung beinhalten. Im zweiten Teil wird demonstriert, welchen Einfluss die Übertragungseigenschaften auf gemeinsames Musizieren haben können.
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