Abstracts 2027

Schrei! Weil du kannst – Vocal Empowerment für Körper und Seele
Resonanzreiches, geschultes Schreien mit lockerem Kiefer, flexiblem Körper und guter Atemarbeit kann die Stimme stärken, Persönlichkeit, Selbstwirksamkeit und Präsenz unterstützen und das dauergestresste Nervensystem ausgleichen. Ja, du kannst!
Natürlich gilt Schreien als stimmlicher Ausdruck größter Emotion und hat in unserer modernen westlichen Welt nicht unbedingt einen guten Ruf. Bei Fachkräften aus Gesangspädagogik und Logopädie gehen wahrscheinlich sofort die Warnlampen an: Extreme Stimmbelastung! Drohende Stimmschädigung!
Aber Schreie sind so alt wie die Menschheit und für die meisten Lebewesen völlig normal. Ein Schrei ist immer ein Ventil,- sei es um zu warnen, negative Gefühle wie Wut, Angst oder Trauer besser zu verarbeiten, oder himmelhochjauchzende, lustvolle Gefühle in ihrer ganzen Wucht auszudrücken.
Ist Schreien nun therapeutisch oder doch eher schädlich?
Es geht in diesem Workshop um weit mehr als laute Töne: um das kraftvolle, manchmal raue und ungezügelte Ausbrechen aus gewohnten stimmlichen Mustern – als Ausdruck intensiver Emotionen, zum befreienden Dampfablassen in belastenden Situationen oder als Ausdruck höchster musikalischer Ekstase.
Durch gezielte Körper- und Atemarbeit, den bewussten Einsatz der Zunge und des gesamten Artikulationsapparats sowie Techniken wie Twang, Gnarl, Squeel und Vocal Fry entdeckst du neue Klangräume, Möglichkeiten des effektiven Druckaufbaus und eine überraschende Vielfalt stimmlicher Farben.
Diese Stimmtechniken sind nicht nur im Heavy Metal spannend, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für Sprechberufe, den klassischen und nicht-klassischen Gesang sowie den bewussten Umgang mit Stress. Denn manchmal sagt ein kraftvoller Schrei einfach mehr als wohlgesetzte Worte! Wenn unsere Stimme so durchsetzungsstark wird, dass sie sinnbildlich Mauern zum Einsturz bringt, entdecken wir die beeindruckende Wirkung unserer stimmlichen Möglichkeiten. Beim Growlen und Screamen erkunden wir intensive Klangwelten und erleben, wie Stimme, Körper und Emotion miteinander in Verbindung treten können. Mit einer gesunden, gezielten Stimmtechnik erweitern wir unsere stimmlichen Grenzen, ohne die Stimme unnötig zu belasten – und schaffen Raum für Ausdruck, Energie und Befreiung.
Singing Smarter, Not Harder
This workshop explores practical strategies for helping singers and choirs achieve a fuller, more consistent sound while reducing unnecessary vocal effort. We’ll look at techniques that encourage efficient voice production, improve resonance, blend and balance, and help singers work more economically so they can sing with greater freedom, stamina and confidence. The emphasis will be on achieving the best possible choral sound through smart, sustainable vocal technique rather than simply asking singers to work harder.
Mucous and epidermoid cysts in professional singers: a different therapeutic challenge???
Intracordal cysts, mucous and epidermoid, are not uncommon lesions in professional voice users and eventually will necessit microsurgical treatment.
From our 40 years experience, the 2 types of intracordal cysts differ in videostroboscopic appearance although vocal impact in both groups is similar. But surgical difficulties, surgical outcomes and short- and long term seemed very different in both groups, with better results after microsurgery in mucous cysts. In literature, comparative data on functional evolution of intracordal cysts of both types is extremely limited.
In order to demonstrate our hypothesis, we performed a retrospective study including 69 patients who underwent a mini-microflap excision (C. Finck) of vocal cyst between 2014 and 2024 Data collected include demographic characteristics, histological type, recurrence, contralateral involvement, follow-up duration, and voice evaluations performed preoperatively, postoperatively, and at last follow-up. Voice assessment comprise perceptual (GRBAS), aerodynamic (TMP), patient-reported (VHI), and acoustic parameters (jitter, DSI). Statistical analyses used nonparametric tests with significance set at p ≤ 0.05.
The cohort is mainly female (88%), with a median age of 39.5 years. Thirty-five patients had epidermoid cysts and 34 had mucous cysts. Recurrence (11.1%) and contralateral vocal fold lesions (18.5%) occurred only in epidermoid cysts, which also had longer follow-up. Preoperative findings were similar between groups. Postoperatively, perceptual grade, VHI, and DSI favored mucous cysts. At last follow-up, GRBAS scores and VHI remained significantly worse in epidermoid cysts.
Epidermoid cysts are associated with higher recurrence, contralateral involvement, and poorer long-term voice outcomes, supporting histology-based management and extended follow-up.
In this presentation, are going to be discussed the laryngeal videostroboscopic appearance, the surgical difficulties and the vocal outcomes in both groups, with a specific attention to microsurgical treatment of these intracordal lesions in professional singers.
Voice in endocrine pathologies       
Voice characteristics, especially fundamental frequency and voice colour are influenced by sex hormones, Growth hormone (GH) and thyroid hormones.
In a normal subject, many events are under hormonal control which influence voice: body and laryngeal growth, sexual maturation, sexual cycle in women, puberty, senescence, metabolism and body weight.
After a short resumé of normal endocrine impact on voice, are presente some endocrine pathologies influencing voice: Kallman syndrome, acromegaly, GH deficiency and thyroid pathologies.acordal lesions in professional singers.
Hands- On Larynx: Finden, fühlen, evaluieren
Die Palpation des Larynx ist zentraler Bestandteil der manualtherapeutischen Befunderhebung in der Stimmtherapie. Doch wie lassen sich die laryngealen Strukturen sicher lokalisieren, ertasten und hinsichtlich ihrer Beweglichkeit und Spannung beurteilen? In diesem praxisorientierten Workshop lernen die Teilnehmenden die anatomischen Landmarken des Larynx kennen. Praktische Tipps und Tricks, die das Auffinden schwer tastbarer Strukturen erleichtern, werden vorgestellt. Der Workshop richtet sich insbesondere an Teilnehmende, für die die manuelle Befunderhebung noch Neuland ist. Die Palpation wird ausschließlich am eigenen Kehlkopf durchgeführt.
Hands-On Atmung: Manuelle Techniken zur Veränderung von Atembewegungen
In diesem Vortrag werden mögliche manuelle Behandlungstechniken atemrelevanter Strukturen gezeigt. Dabei werden folgende Fragestellungen aufgegriffen: Welche Bewegungen sind für die Atmung in Bezug auf die Phonation relevant? Welche an der Atmung beteiligten Strukturen können manuell beeinflusst werden? Welche Techniken eignen sich für die Behandlung? Anhand kurzer Videobeispiele von realen Patientinnen und Patienten wird die therapeutische Entscheidungsfindung erläutert und die manuelle Behandlung visualisiert.
Live- Endoskopie & Hands- On: Manuelle Therapie meets Stimmtherapie
Manuelle Techniken zur Behandlung von Stimmstörungen werden häufig als passive Therapieform wahrgenommen: Die Therapeutin oder der Therapeut arbeitet an der Muskulatur, während die Patientinnen und Patienten selbst nicht aktiv beteiligt sind. Doch lässt sich die manuelle Behandlung nicht nur mit aktiven Übungen kombinieren – die Patientinnen und Patienten können die Wirkung der Techniken unmittelbar unterstützen und gezielt verstärken. Wie sich dies konkret auswirkt, wird im Rahmen einer Live-Endoskopie sichtbar gemacht. Dabei können verschiedene manuelle Techniken mit aktiver Beteiligung der Patientinnen und Patienten kombiniert und die daraus resultierenden Veränderungen direkt beobachtet werden. So wird ersichtlich, wie aus einer vermeintlich passiven Behandlung ein aktiver therapeutischer Prozess werden kann.
Live im Kehlkopf: Anatomie und Funktion
Wie sieht der Kehlkopf im Detail aus? Die Live-Endoskopie mit hochauflösender Optik ermöglicht faszinierende Einblicke in die Anatomie des Kehlkopfes. Stimmlippen, Taschenfalten, Kehldeckel, Stellknorpel und weitere Strukturen werden in ihrer räumlichen Anordnung und ihrem Zusammenspiel dargestellt. Durch den 3D-Rundgang erleben Sie einen Perspektivwechsel, da die Strukturen nicht nur aus der klassischen Aufsicht, sondern aus unterschiedlichen räumlichen Blickwinkeln betrachtet und in ihren anatomischen Beziehungen zueinander nachvollzogen werden können
Ein tieferer Blick – Was erst in der OP sichtbar wird
Nicht jede Stimmlippenläsion lässt sich bei der Untersuchung in Lokalanästhesie vollständig beurteilen. Gerade versteckte oder tiefer liegende Veränderungen können sich der direkten Sicht entziehen. Die Untersuchung unter Vollnarkose bietet die Möglichkeit, den Kehlkopf aus mehreren Perspektiven umfassend zu inspizieren und Läsionen hinsichtlich ihrer Größe und Tiefe genauer einzuschätzen. Unter welchen Umständen die Entscheidung für eine Vollnarkose sinnvoll ist und welche entscheidenden Informationen dadurch gewonnen werden können, erfahren Sie in diesem Vortrag.
Die Zunge im Gesang – Kleine Bewegung, große Wirkung
Die Zunge spielt eine zentrale Rolle bei der Artikulation und beeinflusst zugleich die Klanggestaltung und Funktion der Stimme. Übermäßige muskuläre Spannung, ungünstige Zungenpositionen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit können die Vokalbildung und Resonanz beeinflussen und sich auf Klangqualität, Registerübergänge und Stimmfreiheit auswirken. Auch die Koordination von Zunge, Kiefer und Rachenraum spielt dabei eine wichtige Rolle.
Der Vortrag beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Zungenfunktion und Stimmgebung und zeigt auf, wie sich ungünstige Spannungsmuster und Bewegungsgewohnheiten im Gesang bemerkbar machen können. Ziel ist es, die Wahrnehmung für die Funktion der Zunge zu schärfen und Impulse für einen differenzierten, funktionellen Umgang mit ihr in der Gesangspädagogik zu geben.